12062020 Olympia Petitionsplattform

Infos

Ablauf

In den letzten Wochen haben wir die eingereichten Petitionsvorschläge sortiert und geprüft. Die Expert*innenräte der Kategorien “Klima und Biodiversität”, “Soziale Gerechtigkeit”, “Demokratie” und “Zeit nach Corona” haben die jeweiligen Petitionen bewertet und sich darüber abgestimmt, in welchen Ideen sie das größte Potential für unsere Gesellschaft sehen. Insgesamt haben sie für 20 Petitionen ihre Empfehlung ausgesprochen!

Jetzt beginnt eine der spannendsten Phasen unseres Petitionsprozesses: die gemeinsamen Abstimmung über die Petitionsvorschläge.

Es liegt nun wieder an Euch - stimmt bis zum 26.07 ab, welche Petitionen wir zusammen beim Bundestag einreichen. Welche Petitionen möchtet Ihr unbedingt beim Petitionsausschuss des Bundestags sehen? Ihr könnt für so viele Petitionen abstimmen, wie Ihr wollt. Pro Petition könnt Ihr eine Stimme vergeben. 

In jeder Kategorie kommen die zwei Vorschläge mit den meisten Eurer Stimmen in die Ausarbeitungsphase. Votet jetzt für Eure Favoriten! Die von den Expert*innen empfohlenen Vorschläge erkennt Ihr an dem Icon “Empfohlen von Expert*innen”.

Weitere Informationen und eine Übersicht über alle Phasen findest Du hier.

 

Finale Petitionen

Von den Expert*innen wurden drei Petitionen ausgewählt – jeweils in den Themengebieten Klima und Biodiversität, Demokratie und Soziale Gerechtigkeit. Die ausgewählten Petitionen findest Du hier. Weitere zehn Petitionen werden nun direkt durch Euch, also durch die Community, ausgewählt. Die Expert*innen haben dazu einige Empfehlungen abgegeben.

 

Unsere Ziele

  • Wir gehen neue Wege, setzen ein Zeichen für unsere Demokratie und erinnern uns, wie viel Einfluss von uns als Gemeinschaft ausgeht.
  • Wir wollen Lösungen für die beispiellose Klima-, Biodiversitäts- und Nachhaltigkeitskrise erarbeiten und präsentieren.
  • Wir erkennen die Ziele der Vereinten Nationen zu Nachhaltiger Entwicklung (SDG) und des Pariser Klimaschutzabkommens an und nehmen die wissenschaftlichen Erkenntnisse ernst. 
  • Wir sind der Auffassung, dass die Umweltkrise nicht isoliert von sozialen Aspekten betrachtet werden kann.
  • Wir haben keine perfekte Lösung. Aber wir machen uns gemeinsam auf den Weg, sind offen, hören zu, lernen und wollen so Schritte in Richtung einer lebenswerten Zukunft für Alle gehen.

 

Unsere Werte

  • Wir positionieren uns gegen jede Form von Diskriminierung, wie Rassismus, Sexismus, Diskriminierung von Menschen mit Behinderung, aufgrund von sexueller Orientierung, sozialem Status, Religion oder sonstigen Gründen. 
  • Wir streben Diversität und Chancengleichheit an.
  • Wir gehen respektvoll miteinander um und akzeptieren unterschiedliche Meinungen.
  • Wir lieben die Demokratie.
  • Wir sind parteiübergreifend.
  • Wir sind unbestechlich und verfolgen keine ökonomischen Interessen. *)
  • Wir leben unsere Verantwortung für die Umwelt bei allem, was wir tun. **)
  • Wir wissen, dass Veränderung bei jeder*m Einzelnen von uns anfängt.

 

Unsere Expert*innen

Was machen die Expert*innen?

Damit die Petitionen, die ausgewählt werden, möglichst wirksam sind, arbeiten wir mit Expert*innenräten zusammen, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen und praktischen Expertise einen guten Einblick in die Problemlagen und Lösungsmöglichkeiten unserer Kernthemen haben. Die Expert*innen haben die Petitionsvorschläge begutachtet und sich darüber beraten. Sie haben eine Petition pro Kernthema ausgewählt, die in jedem Fall eingereicht wird, und haben weitere Empfehlungen für die Community-Abstimmung ausgesprochen.

 

Die Kriterien der Expert*innen für ihre Empfehlungen

Die Expert*innen haben eine Einschätzung abgegeben, ob eine Petition entweder eine langfristige Wirkung auf den politischen Diskurs haben kann oder ob sie möglichst zeitnah rechtlich und politisch mit hoher Wirkkraft umsetzbar ist. 

Die Inhalte und argumentativen Grundlagen der Petitionen müssen empirisch, d. h. an der Wirklichkeit, überprüfbar sein. Sie sollen widerspruchsfrei und vorurteilsfrei sowie präzise und verständlich formuliert sein. Eine Petition aus einem Kernthema darf keine zu erwartende negative Wirkung auf die jeweils anderen Kernthemen haben. Die Petitionen sollen mit den 17 Zielen der Vereinten Nationen für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) vereinbar sein.

 

Expert*innen: Klima und Biodiversität

Benedikt Bösel ist Geschäftsführer des regenerativen Landwirtschaftsbetriebes Gut&Bösel in Brandenburg. In engem Austausch mit Wissenschaftler*innen und Expert*innen werden dort Wege der Landnutzung entwickelt, die Lebensmittelversorgung, den Erhalt von Biodiversität und Klimaschutz miteinander in Einklang bringen.
Jens Clausen ist Experte für Wärme, Energie und Elektromobilität. Aktuell forscht er zu den Klimaschutzpotenzialen der Digitalen Transformation. Er ist Mitgründer des Borderstep Instituts, an dem technische, soziale und institutionelle Innovationen zum Klimaschutz im Fokus stehen.
Maja Göpel ist Transformationswissenschaftlerin und arbeitet als Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) an einer wichtigen Schnittstelle der Kommunikation wissenschaftlicher Fakten in die Gesellschaft. Ihr gelingt es wie nur wenigen Anderen Ängste vor Verzicht und Verboten in positive Narrative von gewonnenen Chancen für die Zukunft zu verwandeln. (Foto: © Kai Müller)
Stefan Heiland ist Professor für Landschaftsplanung und Landschaftsentwicklung an der TU Berlin. Im Fokus seiner Forschung stehen unter anderem die nachhaltige Planung sowie die aktuelle und künftige Entwicklung von urbanen und ruralen Räumen, unter anderem vor dem Hintergrund von Klimawandel, Energiewende und gesellschaftlichen Veränderungen. (Foto: © TU Berlin)
Ulrich Petschow ist Volkswirt und Wissenschaftler am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung. Er war an der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin wissenschaftlicher Mitarbeiter und war lange Zeit Forschungsfeldleiter Umweltökonomie und –politik am IÖW. Wichtige Arbeitsfelder waren und sind Biodiversität und Bewertung, Resiliente (Infrastruktur-) Systeme sowie Postwachstum und postwachstumsorientierte Transformationsstrategien. Ulrich hat auch Petitionen für die "Zeit nach Corona" Kategorie empfohlen. 
Susanne Winter ist Waldökologin und konzentriert sich in ihrer Forschung auf Fragen von wirtschaftlicher Waldnutzung und dem gleichzeitigen Erhalt von Biodiversität. Sie überblickt und begleitet Nachhaltigkeitsansätze in der Landnutzung. Aktuell beim WWF steht die globale Situation der Wäldern und ihre Klimarelevanz im Fokus. (Foto: © Daniel Seiffert)

 

Expert*innen: Soziale Gerechtigkeit

Josephine Apraku ist Afrikawissenschaftlerin. Sie ist Mitbegründerin des IDB | Institut für diskriminierungsfreie Bildung in Berlin. Seit 2015 ist sie Lehrbeauftragte an der Alice Salomon Hochschule Berlin und seit 2016 Lehrbeauftragte am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien (ZtG) der Humboldt-Universität zu Berlin. Als freie Autorin schreibt sie Kolumnen für das Missy Magazine und Edition F.

Farhad Dilmaghani arbeitet seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Er ist Vorsitzender und Mitbegründer von Deutsch Plus, einer Initiative, die sich für die chancengerechte Teilhabe aller Menschen in einer vielfältigen Einwanderungsgesellschaft einsetzt. 

Raul Krauthausen ist Aktivist für Inklusion und Barrierefreiheit. Er hat die Sozialhelden-Denkfabrik mitgegründet und erarbeitet Projekte und Aktionen, die Menschen mit Behinderungen mehr gesellschaftliche Teilhabe verschaffen. (Foto: © Anna Spindelndreier)
Claudia Langer hat mit utopia.de eine der ersten Informationsplattformen für Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen gegründet und treibt das Thema seit mehr als einem Jahrzehnt aktiv voran. Sie ist Aktivistin für Generationengerechtigkeit und hat die Generationen Stiftung ins Leben gerufen, die sich als Lobby der kommenden Generationen versteht. Sie arbeitet eng mit dem Jugendrat und führenden Wissenschaftler*innen zusammen.
Kristina Lunz ist Aktivistin gegen Ungerechtigkeit, insbesondere in Fragen von Bildung und Teilhabechancen sowie im Einsatz für Feminismus. Sie hat eine Reihe von Initiativen ins Leben gerufen, die gesellschaftliche Probleme adressieren und zuletzt das Centre for Feminist Foreign Policy mit begründet, dessen Deutschland-Direktorin sie ist. (Foto: © Paul Ripke)
Margret Rasfeld ist eine Vorreiterin für ein Bildungswesen, in dem eine wertschätzende Lernkultur gefördert wird, die zu Gemeinsinn, Verantwortung und Kreativität inspiriert und befähigt. Sie hat das Netzwerk Schule im Aufbruch mit gegründet, das sich für eine umfassende Transformation des Lernens zur Potenzialentfaltung von Kindern und Jugendlichen und für eine radikale Neuausrichtung des Bildungssystems auf Bildung für nachhaltige Entwicklung einsetzt.
Helena Steinhaus ist Gründerin von sanktionsfrei.de und setzt sich mit dem Verein für eine bedingungslose Grundsicherung ein. Aus einem spendenfinanzierten Solidartopf-System können einfach und unbürokratisch Gelder an Hartz-4-Beziehende ausgezahlt werden, die aufgrund von Sanktionen oder anderen Leistungskürzungen in eine finanzielle Notlage geraten sind. Sie ist der Überzeugung, dass ein gerechtes Sozialsystem grundlegend für eine friedliche und demokratische Gesellschaft ist.

 

Expert*innen: Demokratie

Lukas Beckmann ist selbständiger Projekteur. Er ist Aufsichtsratsvorsitzender der Correctiv gGmbH und war bis 2017 Vorstand der GLS Bank Stiftung. Er ist u.a. Mitgründer von Mehr Demokratie e.V., den Grünen und der Heinrich-Böll-Stiftung

Lukas hat auch Petitionen für die "Zeit nach Corona" Kategorie empfohlen. 

Brigitte Geißel ist Professorin für Politikwissenschaft und politische Soziologie und Leiterin der Forschungsstelle ‚Demokratische Innovationen‘ an der Goethe Universität Frankfurt/Main. Sie forscht zur Zukunft der Demokratie zwischen repräsentativen und partizipativen Verfahren. Sie wurde von verschiedenen Institutionen für Ihre Demokratie-Studien ausgezeichnet, z.B. mit einem Senior-Democracy-Fellowship der Harvard University, einem Marie-Curie-Fellowship der Kommission der Europäischen Union und mit einem Senior Fellowship des Alfried Krupp Wissenschaftskollegs Greifswald.
Patrizia Nanz ist Wissenschaftliche Direktorin des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) und Professorin für transformative Nachhaltigkeitswissenschaft an der Universität Potsdam sowie Ko-Vorsitzende der Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 der Bundesregierung. Seit über 20 Jahren beschäftigt sie sich mit der Weiterentwicklung der Demokratie, und berät Regierungen in verschiedenen europäischen Ländern. Sie ist Mitgründerin der Wiki-Plattform participedia.net, einer Datenbank für demokratische Innovationen weltweit. (Foto: © Stephan Meyer-Bergfeld)

Paula Peters ist Vorstandsmitglied und Chief Global Officer der Plattform Change.org, die sie in Deutschland 2012 gründete. Sie verantwortet die globalen Teams der Kampagnenplattform. Unter ihrer Leitung wuchs Change.org in Deutschland in kaum mehr als einem Jahr von 60.000 auf fast 2,5 Millionen Nutzer*innen. Sie hat zahlreiche globale Bewegungen mit aufgebaut, wie z.B. #bringbackourgirls, die Deutschlandweiten Hebammenproteste, die Verbesserung des Stalking Paragraphen, Rezeptfreiheit für Notfallverhütung oder das Manifest "Writers Against Mass Surveillance".

David Stadelmann ist Professor für Volkswirtschaftslehre und beschäftigt sich mit politischer Ökonomie, politischer Repräsentation, Demokratie und wirtschaftlicher Entwicklung. Er ist dafür bekannt, systematisch auf gesellschaftliche Zielkonflikte hinzuweisen und Lösungsvorschläge dafür anzubieten. (Foto: © Uni Bayreuth)

David hat auch Petitionen für die "Zeit nach Corona" Kategorie empfohlen. 

 

Anmerkungen

Das Crowdfunding war der einzige Weg, dieses Projekt unabhängig auf die Beine zu stellen. 

Wir wollen lobby- und werbefrei sein. Wir veranstalten die Versammlung außerdem als Non-Profit-Event. Alle Einnahmen fließen in die Finanzierung. Sollte nach dem 12.06.2020 noch Geld übrig sein, spenden wir diese Summe an gemeinnützige Organisationen.

*) Wir realisieren so viel wie möglich ehrenamtlich. Aber wir müssen auch in bestimmten Bereichen professionelle Leistungen in Anspruch nehmen (z. B. Security, Technik). Für diese Unternehmen gelten diese Werte sinngemäß.

**) Zum Beispiel achten wir bei der Organisation des Caterings auf möglichst umweltfreundliche Lösungen. Das Olympiastadion bezieht grünen Strom und die verursachten CO2-Emissionen des Events werden wir kompensieren. Wir fordern alle auf mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad anzureisen.