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Gemeinwohl-Bilanzierung aller öffentlichen Unternehmen und Einrichtungen

Gemeinwohl-Ökonomie Deutschland e.V. Gemeinwohl-Ökonomie Deutschland e.V.  •  2020-04-24  •  Zeit nach Corona  • 

Gemeinwohl-Ökonomie

Wortlaut der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass alle Unternehmen und Einrichtungen im Eigentum oder unter der Kontrolle des Bundes innerhalb der nächsten drei Jahre, eine Gemeinwohl-Bilanz erstellen und damit aktiv ihren Beitrag zum Gemeinwohl darstellen. Der Deutsche Bundestag möge zudem beschließen, dass alle privaten Unternehmen darin angeleitet und gefördert werden freiwillig eine Gemeinwohl-Bilanz zu erstellen.

Begründung

Die Gemeinwohl-Bilanz ist ein Bewertungsverfahren für Unternehmen, mit welchem messbar wird, wie hoch deren Beitrag zum Gemeinwohl ist. Hierdurch werden gemeinwohl-fördernde Kriterien als essentielle Werte in der Wirtschaft etabliert.

Ein höherer Finanzgewinn sagt nichts darüber aus, ob das Unternehmen die gesamtgesellschaftliche Lebensqualität erhöht, den Wohlstand mehrt oder mehr Bedürfnisse befriedigt. Diesen Zusammenhang kann es geben, muss es aber nicht. Ein höherer Finanzgewinn eines Unternehmens kann genauso gut mit dem Verlust an Lebensqualität einhergehen, mit einer Minderung des allgemeinen Wohlstandes, mit der Verletzung der Menschenwürde und mit der Zerstörung von Umwelt und Arbeitsplätzen. Deshalb sollten wir das, was wir von Unternehmen erwarten (Gemeinwohl-Förderung), direkt messen anstatt über einen Umweg (Finanzgewinn), der viel zu aussageschwach ist für das eigentlich Ziel.

Die Gemeinwohl-Ökonomie Bewegung hat bereits Vorschläge für Kriterien einer Gemeinwohl-Bilanzierung ausgearbeitet, welche genutzt werden können, bis die Kriterien in einem demokratischen Bürgerbeteiligungsprozess ( z.B. von einem direkt gewählten Wirtschaftskonvent oder einem themenspezifischen Bürger*innenrat) weiterentwickelt werden.

Zu dieses Kriterien gehören die Menschenwürde, Transparenz, soziale Verantwortung, ökologische Nachhaltigkeit, demokratische Mitbestimmung und Solidarität. Diese sollen dabei gegenüber allen Berührungsgruppen (Lieferant*innen, Eigentümer*innen, Mitarbeitende, Kund*innen und Gesellschaft) betrachtet werden.

Dies bedeutet auch eine neue Definition von Erfolg. Erfolgreich sollen nicht mehr die sein, welche die höchsten Gewinne erzielen sondern diejenigen, welche den größtmöglichen Beitrag zum Gemeinwohl - also dem Wohl aller - leisten. Der Adam Smith zugeschriebene “Unsichtbare-Hand-Automatismus”, dass für alle gesorgt sei, wenn jede*r für sich selbst sorge,

existiert nicht. Da es aber Konsens ist, dass die Wirtschaft als Ganze für das Wohl aller sorgen soll, sollten wir das Streben von Unternehmen grundsätzlich so ausrichten, dass sie diesen Wunsch nicht nur als unsicheres Nebenprodukt erfüllen, sondern direkt als Ziel anpeilen. Das wüde Artikel 14 des Grundgesetzes verlässlicher erfüllen, als es heute der Fall ist.

Die Ergebnisse der Bilanzen sind, auf den jeweiligen Websites der Unternehmen, für alle Bürger*innen einfach zugänglich zu veröffentlichen.

Darüber hinaus möge er ein wissenschaftliches Gutachten in Auftrag geben, das systematisch erfasst, über welche wirtschaftspolitischen Instrumente Unternehmen z. B. in den Bereichen

- öffentliche Beschaffung und Auftragsvergabe

- Flächenmanagement und Ansiedlungspolitik

- Wirtschafts- und Exportförderung

- Finanzierung, Haftungen und Garantien

- Zugang zum Weltmarkt

- Eigenkapitalvorschriften

- Fusionskontrolle

mit besseren Gemeinwohl-Bilanzen bevorzugt und solche mit niedrigeren Ergebnissen relativ benachteiligt werden können.

Weiterführende Informationen

Die Gemeinwohl-Ökonomie fördert und belohnt dieselben Werte, die auch unsere menschlichen Beziehungen gelingen lassen: Vertrauensbildung, Wertschätzung, Kooperation, Solidarität, gegenseitige Hilfe und Teilen. 

Um diese humanen Werte umzusetzen und zu messen gibt es die Gemeinwohl-Bilanz. Die Gemeinwohl-Matrix veranschaulicht übersichtlich nach welchem Prinzip eine Gemeinwohl-Bilanz aufgestellt wird:

https://www.ecogood.org/de/unsere-arbeit/gemeinwohl-bilanz/gemeinwohl-matrix/

Ohne eine konsequente Ausrichtung unseres Wirtschaftssystems auf demokratische Grund- und Verfassungswerte wird es uns weder gelingen, den sozialen Zusammenhalt zu sichern noch die Klimakrise abzuwenden. Das Gemeinwohl ergibt sich nur, wenn es systematisch angereizt und direkt angestrebt wird.

https://www.youtube.com/watch?v=j2ZuiE-U1rk

Dieser Vorschlag wird unterstützt von:

Gemeinwohl-Ökonomie Deutschland e.V.

Kontaktiere mich gerne zu diesen Vorschlag:

jutta.hieronymus@ecogood.org, neno.rieger@ecogood.org

Kontaktiere mich gerne, wenn du dich offline zu diesem Vorschlag austauschen möchtest. Für mich wäre dies möglich in:

Berlin & Deutschlandweit


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