12062020 Olympia Petitionsplattform

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System Change statt mehr Entwicklungshilfe

(B)energy (B)energy  •  2020-04-24  •  Soziale Gerechtigkeit  • 

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Wortlaut der Petition

Entwicklungshilfe beraubt die Menschen eines ganzen Kontinents ihrer Würde und Eigenverantwortung für ihre Entwicklung. Anstatt mit weiteren Entwicklungsprojekten den Status Quo zu zementieren, sollte die Bundesregierung die strukturellen Missstände erkennen und den Regierungen vor Ort zutrauen, selbst Verantwortung für ihre Bürger zu übernehmen. Wir fordern daher, zusammen mit den EntrepreneurInnen eines starken afrikanischen Kontinents, ein grundlegendes Umdenken im Umgang mit Afrika!

Begründung

Afrika will sich entwickeln, selbst und in Eigenbestimmung! Wer Afrika ernst nimmt, darf seine Bevölkerung nicht wie Bettler behandeln. Die aktuelle Entwicklungshilfe westlicher Regierungen und privater Hilfsorganisationen erhebt sich über die Menschen in Afrika und versucht seit 60 Jahren erfolglos, die Symptome der Armut zu bekämpfen, ohne sich dabei deren Ursachen einzugestehen. Diese sogenannten Entwicklungsprojekte, in die jährlich ein 3-stelliger Milliardenbetrag an Steuern fließen, richten in Afrika erhebliche Schäden an:

1.    Hilfsprojekte verschenken Produkte und Dienstleistungen, was zu erheblicher Marktverzerrung führt und die strukturelle und wirtschaftliche Entwicklung der Länder behindert.

2.    Wirtschaftliche Eigeninteressen der Hilfsindustrie führen unter dem Deckmantel der Entwicklungshilfe zu gut bezahlter Beschäftigung „weißer Retter“ auf Kosten wahrer Entwicklung, die nur von innen heraus entstehen kann.

3.    Außenwirtschaftsförderung für deutsche Unternehmen, die für Investitionen in Afrika mit Steuergeldern unterstütz werden, führt zu einem stärkeren Ungleichgewicht zwischen lokalen und ausländischen Unternehmen und zementiert lokale Systemfehler.

4.    Agrarsubventionen des Westens lassen Nahrungsmittelimporte günstiger werden als die eigene Produktion, wodurch die afrikanische Landwirtschaft zerstört wird und Menschen in die Flucht getrieben werden.

5.    Afrikanische Eliten zweigen nachweislich große Geldsummen auf ihre Privatkonten in Steueroasen ab (Weltbank, 2020) und lassen die Bevölkerung verarmen, anstatt das Geld zum Aufbau des Landes und Wohle der Bürger einzusetzen.

Die fortdauernde Aufrechterhaltung der Entwicklungshilfe-Industrie missachtet die Würde und Eigenverantwortung der Menschen in Afrika. Angesichts der Erfahrungen der letzten Jahrzehnte und aus Respekt vor der Leistungsfähigkeit der afrikanischen Gesellschaften, wäre es unverantwortlich, die bisherige Praxis mit noch höherem Mitteleinsatz fortzuführen. Verantwortungsbewusst wäre es jedoch, auf ein Ende der bisherigen Entwicklungshilfe hinzuarbeiten und sie durch eine wirtschaftliche Zusammenarbeit auf der Grundlage beiderseitiger Interessen zu ersetzen.

Weiterführende Informationen

Weltbank 2020, Elite Capture of Foreign Aid: https://www.nielsjohannesen.net/wp-content/uploads/AJR2020-WBWP.pdf

Andrew Mwenda, Aid for Africa? No thanks! https://www.ted.com/talks/andrew_mwenda_aid_for_africa_no_thanks

Abhishek Parajuli, Friendly Fire: How Foreign Aid Hurts Developmenthttps://www.youtube.com/watch?v=H-Q3zWv0Evw

Maliha Chishti: Foreign Aid: Are we really helping others or just ourselves?https://www.youtube.com/watch?v=1xJ6p0B5V_A

Bonner Aufruf: http://www.bonner-aufruf.eu

Radi-Aid: https://www.radiaid.com

Gemeinwohlökonomie: https://www.ecogood.org

 

Dieser Vorschlag wird unterstützt von:

(B)energy GmbH und Bonner Aufruf

Kontaktiere mich gerne zu diesen Vorschlag:

info@be-nrg.com

Kontaktiere mich gerne, wenn du dich offline zu diesem Vorschlag austauschen möchtest. Für mich wäre dies möglich in:

Köln


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