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Stornierungsrecht für weniger Flugverkehr, weniger Erkrankte in Verkehrsmitteln

Joa_Falkenhagen Joa_Falkenhagen  •  2020-04-23  •  Klima und Biodiversität  • 


Wortlaut der Petition

Fahrschein- und Flugscheinbesitzer einen Rechtsanspruch erhalten einen Rechtsanspruch, diese gegen eine geringe Aufwandsgebühr auf Dritte zu übertragen. Daneben muss eine Buchung wenigstens dann zum ursprünglichen Kaufpreis zurückgegeben werden können, wenn der Preis für die entsprechende Verbindung bzw. Reiseleistung erhöht worden ist. Damit sollen die Einnahmen der Fluggesellschaften sinken, was zu weniger Flügen führt. Reisepläne können aktuellen Bedürfnissen folgen.

Begründung

Fluggesellschaften und andere Anbieter kombinieren preiswerte Vorbuchungstarife mit hochpreisigen Tickets bei kurzfristigen Entscheidungen bzw. flexibler Abfahrt. In wirtschafswissenschaftlicher Sicht möchten sie damit die unterschiedliche Preiselastizität der Reisenden ausnutzen und sogenannte Konsumentenrenten abschöpfen. Da auch die Verkehrsanbieter in Konkurrenz zueinander stehen, führen die für einen Teil der Reisenden erhöhten Preise weniger zu zusätzlichen Gewinnen, sondern vor allem zu zusätzlichem Flugverkehr im Vergleich zum volkswirtschaftlichen Optimum. Dabei kommt es zu Quersubventionierungen zwischen den Reisenden mit unterschiedlich hohen Flugpreisen. Zudem verhindern die erhöhten Preise kurz vor Abflug – auch an nicht so stark belegten Terminen – eine höhere Auslastung.

Nachteilig ist auch die eingeschränkte Flexibilität für die Mehrzahl der Reisenden, die länger vorbuchen. Besonders absurd wird das System, wenn Reisende an einer Umbuchung von einer stärker ausgebuchten Verbindung auf einen weniger gefragten Reisezeitpunkt gehindert werden.

Problematisch wird es, wenn sich Menschen mit Erkrankungen auch deshalb in ein Verkehrsmittel setzen, das ja „sowie schon bezahlt ist“, weil keine Erstattung möglich ist. Und weil das Hotel, die Konzertkarte usw. auch nicht stornierbar sind.

Verbesserte Verbraucherrechte zum Tausch oder zur Erstattung von Buchungen wirken dem entgegen.

Wenn der Preisanstieg auf einer größeren Knappheit, nämlich gestiegenen Nachfrage nach der Leistung beruht, sollte der Anbieter eigentlich dankbar sein, die stornierten Tickets nun günstig zurückzuerhalten und die Plätze anschließend zum aktuellen Preis teurer verkaufen zu können.

Sind Preise gesenkt worden, erhält der Verbraucher wie bisher keinen gesetzlichen Rücktauschanspruch. Anders als im Online-Einkauf wäre es nicht angemessen, dass sich Verbraucher einen Reiseantritt bis zum letzten Moment überlegen, und wenn dann z.B. wegen schlechterem Wetter viele gleichzeitig zurücktreten könnten, nachdem der Anbieter die Kapazitäten für sie vorgehalten hatte. Ein Stornierungsrecht bei reduzierten Preisen ergäbe einen unangemessenen Anreiz zur Rückgabe der ursprünglichen Buchung und Neubuchung zum niedrigeren Preis.

Das Recht zur Übertragung des Tickets auf einen anderen Reisenden könnte (a) von einzelnen Kunden für nicht mehr benötigte Tickets, und (b) von Reisevermittlern genutzt werden, die zunächst einen Platzhalter einsetzen und von vorneherein einen Wiederverkauf beabsichtigen.

Besonders bei Online-Tickets ist das zu ermöglichen, während die Aushändigung eines Tickets zusätzlichen Aufwand für Reisende wie auch für Reiseanbieter bei der Rückgabe bzw. Weitergabe der Fahrscheine bedeuten würde. Eine Möglichkeit zur Weitergabe auf der Webseite des Anbieters käme ebenfalls in Betracht.

Weiterführende Informationen

Wirtschaftliche Auswirkung:

Mehrerträge durch Preissetzungsspielräume im Zeitverlauf für dieselbe Beförderungsleistung würden deutlich eingeschränkt werden. Der Nutzen auf Seiten der Flug- und Fahrgäste wäre infolge verminderter Abschöpfung von Konsumentenrenten vermutlich deutlich erhöht.

Die Preissetzungsspielräume sind bei Flugreisen höher sind als bei der Bahn – wo Fahrten mit dem Auto eine Alternative und weniger Umsatz durch Geschäftsreisende erzielt wird. Daher würden bessere Fahrgastrechte die Position der Bahnen im Wettbewerb verbessern.

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  • Joa_Falkenhagen
    Joa_Falkenhagen  •  Verfasser*in  •  2020-05-06 20:06:49

    Ergänzung: Eine Umbuchung auf einen anderen Flug oder einen anderen Zug derselben Gesellschaft sollte immer dann ohne Aufpreis möglich sein, wenn der andere Flug bzw. Zug zum Zeitpunkt der Umbuchung billiger ist als der gebuchte Flug bzw. Zug.
    Beispiel: Flugticket für Mittwoch den 10.x. , gekauft vor 6 Wochen für 80 €. Am Montag 8.x. wird ein Ticket für diesen Flug für 120 € angeboten. Der Reisende möchte stattdessen lieber am Fr. 19.x. reisen, der Flug wird am 8.x. für 100 € angeboten. Die Umbuchung am Montag 8.x. wäre mit dieser Forderung kostenlos, weil sie von einem teureren Flug (für derzeit 120 €) zu einem billigeren (für nur 100 €) erfolgt. Mit den gängigen Vertragsbedingungen müsste entweder 100 € dazu gezahlt werden oder mindestens 20 € (=100 € - 80 €) plus einer Umbuchungsgebühr bzw. einem bereits beim Ticketkauf mitbezahlten Aufpreis für die Umbuchungsoption. Oder beides,bei der DB: Sparpreis teuerer als Superspar, Stonierung kostet trotzdem,neues Ticket häufig teurer)

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