12062020 Olympia Petitionsplattform

Zurück

Kindesmissbrauch, Häusliche Gewalt und Femizide stoppen!

Wiebke Wiedeck Wiebke Wiedeck  •  2020-04-22  •  Soziale Gerechtigkeit  • 

240_mit_Icons_neu.jpg

Wortlaut der Petition

Der Deutsche Bundestag muss ein konkretes Programm beschließen, durch das sich die Anzahl der Femizide, die Fälle von häuslicher Gewalt, die Fälle von sexualisierter Gewalt an Kindern und die Fälle von Kindesmisshandlungen radikal verringern. Aufklärung, offener Umgang mit diesen Themen, Beratungsstellen und Prävention MÜSSEN in unserer Gesellschaft komplex implementiert werden.

Begründung

Femizide und häusliche Gewalt gegen Frauen

Jeden 3. Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner/Expartner umgebracht, jeden Tag wird es versucht.

Die Anzahl von Frauen, die häusliche Gewalt erleben (verprügelt, verbrüht, gewürgt werden, deren Kiefer gebrochen wird) lag 2018 bei fast 80.000 angezeigten Fällen (Dunkelziffer viermal so hoch).

Niemand spricht in diesem Zusammenhang über die traumatisierten Kinder in Familien, die diese Gewalt miterleben.

Sexualisierte Gewalt erlebt jede 7. Frau im Laufe ihres Lebens, sexuelle Belästigung erleben 60% aller Frauen.

In den meisten Fällen ist die eigene Wohnung der Ort der Gewalt. Unsere Gesellschaft bagatellisiert diese Gewalt.

Mädchen wird immer noch vermittelt, dass ihr Wert von ihrer Beziehung zu Männern abhängt und dass sie nachgiebig und passiv zu reagieren haben.

Sexueller Missbrauch von Kindern

Im Jahr 2019 wurden 15.701 Fälle von sexuellem Missbrauch polizeilich erfasst (Dunkelziffer deutlich höher). Die WHO geht von 1 Million betroffener Mädchen und Jungen aus, die sexualisierte Gewalt erleben, das sind pro Schulklasse mindestens zwei Kinder.

Aktuell gibt es seit Januar (bis Juli) 136377 Fälle von sexuellen Übergriffen an Kindern (www.gegen-missbrauch.de).

Sexueller Missbrauch ist eine traumatische Erfahrung, die ein Kind in seinem Vertrauen existentiell erschüttert. Scham, Schuld und das Gefühl von Wertlosigkeit verbinden sich mit dem eigenen Selbstwert.

Kindesmisshandlung

Kindesmisshandlung ist leider Alltag in unserem Land. Mindestens ein Kind pro Tag stirbt hierzulande durch die Hände seiner Eltern.

Die Kriminalstatistik verzeichnet für das Jahr 2019 3.430 Fälle von Kindesmisshandlung, 3.322 Kinder sind mit dem Tatverdächtigen verwandt. Auf einen gemeldeten Fall kommen 50-400 ähnlich schwere Fälle, die nicht angezeigt werden. Die Gewalt richtet sich überwiegend gegen Kinder in den ersten Lebensjahren, diese sind zu klein, um auf sich aufmerksam zu machen. Ältere misshandelte Kinder schweigen oft aus Scham.

--------------------------------

Wie kann es sein, dass ein derartig großes Ausmaß von Gewalt in unserer Gesellschaft kaum bekannt ist? Wir bagatellisieren, sprechen von Einzelfällen. Doch Unfassbares geschieht zwischen Menschen, die sich vertrauen, eine Geschichte miteinander teilen.

Es gibt bereits einige Institutionen, die Betroffenen zur Verfügung stehen. Was aber ist mit den Täter*innen? Wie erreichen wir die,​ ​bevor​ es zu spät ist? Wir brauchen breite Aufklärung​ über gewaltfreie Erziehung. ​Hilfsangebote​, wenn sich Eltern überfordert fühlen. In unserer Gesellschaft muss kommuniziert werden, dass es von Stärke zeugt, sich Unterstützung zu holen. Und es muss wirkliche Unterstützung geben.

Bereits in der Schule muss mit den Themen Sexualität, Gewalt, Gleichberechtigung bewusster umgegangen werden: im Unterricht, in Projektwochen. Wann ist Sexualität gleichberechtigt? Wann beginnt Missbrauch? Wie verhalte ich mich, wenn ich Übergriffe erlebe? Wie gehe ich mit meinen Aggressionen und Ängsten um?

Und wie schützen und stärken wir die Frauen unserer Gesellschaft?

Wir brauchen ​Prävention, Vorbeugung, Enttabuisierung​ und ​Kampagnen,​ die diese Themen breit aufstellen.

Wir benötigen ein breites gesellschaftliches und ethisches Korrektiv, welches Grenzen aufzeigt, diese breit kommuniziert und Lösungsvorschläge anbietet. Es muss unser Ziel sein, die Menschen zu erreichen, bevor Übergriffe überhaupt stattfinden.

Weiterführende Informationen

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/38415/umfrage/sexueller-missbrauch-von-kindern-seit-1999/

https://www.welt.de/regionales/nrw/article210445795/Sexueller-Missbrauch-an-Kindern-Aufklaerung-muss-her.html

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/dunkelfeld-kindesmissbrauch-in-deutschland-102.html

https://www.gegen-missbrauch.de/

http://www.onebillionrising.de/femizid-opfer-meldungen-2019/

https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/Lagebilder/Partnerschaftsgewalt/partnerschaftsgewalt_node.html

https://www.welt.de/print/die_welt/politik/article181580568/Jeden-dritten-Tag-eine-getoetete-Frau.html

https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gewalt/kindesmisshandlung/fakten/

https://www.tagesspiegel.de/politik/kindesmisshandlung-in-deutschland-falsche-toleranz/9409498.html

Kontaktiere mich gerne zu diesen Vorschlag:

Ich setze mich für Emotionale Intelligenz, Gleichberechtigung und eine zukunftsfähige Gesellschaft ein. Ich freue mich über jede/n, der sich in ähnlichen Themen engagiert. info@wiebkewiedeck.de

Kontaktiere mich gerne, wenn du dich offline zu diesem Vorschlag austauschen möchtest. Für mich wäre dies möglich in:

Berlin, Wandlitz


Sie müssen sich anmelden oder registrieren, um einen Kommentar zu hinterlassen.
  • Wiebke Wiedeck
    Wiebke Wiedeck  •  Verfasser*in  •  2020-04-22 12:35:10

    Nach meiner Erfahrung ist es so, dass Menschen, die übergriffige Gewalt vor allem auch an Kindern ausleben, selbst Übergriffe erfahren haben, die sie nicht verarbeitet haben. Es gibt kein „Gewalt-Gen“. Doch es ist wissenschaftlich erwiesen, dass unbearbeitete Traumatisierungen und Tabus von einer Generation an die nächste weitergereicht werden.
    Da unsere Kinder unsere Zukunft sind, ist es unbedingt notwendig, hier die Traumataspiralen aufzulösen. Dies ist Aufgabe einer ganzen Gesellschaft. Dazu gehören auch die Überprüfung von Werten, von Miteinander, von offener Diskussion, von schambesetzten Themen, von öffentlicher Kommunikation.

    4 Stimmen  |  Ich stimme zu 4
    Keine Rückmeldungen
  • reginebausinger

    Mein Anliegen ist es, Menschen zu sensibilisieren, dass jeder tätlichen Gewalt verbale, institutionelle, strukturelle, seelisch - emotionale Gewaltakte vorausgehen, die Frauen zu destabilisieren versuchen, um männlich - labilen Selbstwert zu kaschieren. Denn oftmals wird nur "the worse case" beschrieben und thematiesiert, was vielen von Mikroaggressionen betroffenen Frauen suggeriert, dass es bei ihnen nicht so schlimm sei. Daher halte ich ein mutiges an-, und aussprechen von "kleinen" Herabsetzungen für sinnhaftige Prävention.

      • Wiebke Wiedeck
        Wiebke Wiedeck  •  Verfasser*in  •  2020-07-12 13:21:34

        Liebe Regine, genau dieses Anliegen teile ich. Schon mit dem Beginn der Wahrnehmung des "alltäglich Destruktiven" müssten wir dringend beginnen. Das Thema der Destabilisierung ist sehr wichtig, denn dadurch verlieren Betroffene oft das Gefühl für sich selbst und die eigenen klaren Signale, die darauf hinweisen, dass etwas nicht stimmt. Und auch das Gefühl dafür, sich nicht wehren zu können.

        Allerdings teile ich nicht die Meinung, dass es generell um das Thema "Männlich-labiler Selbstwert" geht. Die Menschen, die zu "Tätern" werden, haben nach meiner Erfahrung eine eigene Geschichte, in denen sie selbst entsprechende Erfahrungen gemacht haben. Niemand wird als "Täter" oder "Böse" geboren. Und deshalb geht es darum, komplex die Wahrnehmung für diese Themen zu öffnen, um Gewaltspiralen oder die Weitergabe von Traumen zu unterbinden und aufzulösen. Und ja, aus der Arbeit mit wirklich vielen Menschen und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das möglich ist.

        2 Stimmen  |  Ich stimme zu 2
        Keine Rückmeldungen
  • DernickR

    Hallo, Wiebke, vielen Dank für deine Initiative. Als Kinder- und Jugendarzt versuche ich genau hinzusehen, um wenigstens einen kleinen Teil der wahrscheinlich >10% geprügelten, missbrauchten und vernachlässigten Kinder in meiner Sprechstunde zu erkennen. Schwierig in einem Land, wo der Datenschutz deutlich besser definiert ist als der Kinderschutz, wo Familienrichter ohne Ausbildung zum Erkennen von Trauma an die Arbeit gehen und oft Elternrecht vor Kinderrecht geht. Auf der anderen Seite gibt es viele Menschen in den Frühen Hilfen, in Medizin und Pädagogik, die beginnen, sich zu vernetzen und Eltern möglichst früh zu unterstützen, nicht nur die Ärzte tun das aber meist in ihrer Freizeit, quasi als "Hobby". Hier gibt es viele strukturelle Probleme, die die Politik lösen muss, ein Kinderschutzbeauftragter, Umsetzung der 25 Jahre alten UN-Kinderrechtekonvention, eine kinderschutzbasierte Medizin, Kinderschutzstellen auch im ambulanten Bereich, die auch finanziert werden. VIEL ERFOLG!

      • Wiebke Wiedeck
        Wiebke Wiedeck  •  Verfasser*in  •  2020-07-24 11:55:01

        Lieber @DernickR , vielen Dank für Deinen Kommentar. Da hast Du schon viele gute Ideen und Vorschläge benannt. Ich freue mich, Dich hier zu treffen. Und vielleicht kannst Du diesen Petitionsvorschlag in Deinem Netzwerk teilen. Vielen Dank.

        Keine Bewertungen  |  Ich stimme zu 0
        Keine Rückmeldungen
  • Gramama

    Liebe Wiebke, ich freue mich von Herzen mit Dir und allen, die sich hier engagieren, dass "Dein" Thema gewürdigt werden soll. Ich bin auch schon länger in dieser Richtung unterwegs und suche Menschen oder Gruppen, mit denen zusammen wir drauf hinwirken können, dass die Sensibilisierung für Gewalt und sexualisierte Gewalt an Kindern in der Ausbildungspläne aller PädagogInnen kommen. Ich bin kürzlich wieder erneut aufgeschreckt durch einen Vortrag von Michaela Huber (www.michaela-huber.com/Folien: Viele im Netz der Pädokriminalität). Vielleicht finden sich durch Deine Initiative die Menschen zusammen, die das auf den Weg bringen können. Danke! Ruth (www.ruthpriese.de)

    Keine Bewertungen  |  Ich stimme zu 0
    Keine Rückmeldungen
Keine definierten Meilensteine vorhanden