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Klimakrise als globale Krise anerkennen

Wiebke Wiedeck Wiebke Wiedeck  •  2020-04-09  •  Zeit nach Corona  • 

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Wortlaut der Petition

Die Ignoranz eines Problems führt zu dessen Vertiefung. Deshalb möge die Bundesregierung die Klimakrise als wirkliche, weltweit existierende Krise anerkennen

Begründung

In den gut hundert Jahren seit der industriellen Revolution hat der Mensch die Ressourcen der Erde fast aufgebraucht. Die Biodiversität von Pflanzen und Tieren wurde merklich reduziert, wir haben eine Erderwärmung von etwa 1,1 Grad Celsius und diese 1,1 Grad spüren wir als Mensch und Tier jetzt bereits erheblich. Während wir hier momentan "nur" heiße Sommer, absterbende Wälder, eine sterbende Tierwelt und im Sommer knappes Wasser haben, kommt es in anderen Regionen der Welt schon zu schwersten Orkanen und Überschwemmungen. Die Zahl der Klimawandel-Toten wird auf jährlich 300.000 geschätzt. Die Klimakatastrophe hat begonnen.

Verneinung und Leugnung der Klimakrise sind trotz der existierenden Realität auf der menschlichen und medialen Tagesordnung.

Die Leugnung der Klimakrise wird in regelrechten Kampagnen stabilisiert, zum Beispiel durch Mißinformationen. Dadurch wird die Wirtschaftslobby und die kapitalistische Ideologie gestützt. Leugnung versucht das Wissen um die Klimakrise zu unterlaufen. Leugnung ist eine Industrie, deren Hauptprodukt der Zweifel ist.

Verneinung, ein Nicht-Wahrhaben-Wollen, bedeutet zu sagen, dass etwas nicht existent ist, das aber existiert. Verneinung tritt besonders als Selbstschutz auf, führt aber dazu, dass das vorhandene Problem sich vertieft, da es sich nicht von selbst löst.

In der altuellen Corona-Krise wird deutlich, was eine existentielle Krise für die Menschen bedeuten kann. Wir kämpfen aktuell um Klopapier, eher ein Wohlstandsproblem, denn Zeitung täte es im Notfall auch. Doch, wie werden die Kämpfe erst aussehen, wenn es um Wasser geht, um Nahrung, um die nackte Existenz?  Wir als Menschen sollten nicht zulassen, derartige Kämpfe und Krisen bewusst unseren Nachkommen zu hinterlassen, indem wir die Klimakrise leugnen und nicht handeln.

Die aktuelle Corona-Situation zeigt, wie schnell sich etwas in unserer Welt verändern kann, wenn wir nicht achtsam mit ihr umgehen. Wie intensiv die Natur mit uns als Menschen verwoben ist und umgekehrt. Und wie wenig wir mit unserer Idee von Kontrolle wirklich kontrollieren können.

Wir beobachten außerdem, dass es vor allem um Schadensbegrenzung geht und zu wenig darum, die Ursache für diese Krise zu finden. Die Ursache scheint bei der Wildlandwirtschaft und ihrer zunehmenden Kommerzialisierung zu liegen. Wildnahrung wird zunehmend zu einem formellen Wirtschaftssektor. Schmuggel von Wildtieren spielt dabei eine Rolle. Und die industrielle Produktion – von Schwein, Geflügel und Ähnlichem – dehnt sich auf den Urwald aus, übt damit Druck auf die Erzeuger von Wildnahrungsmitteln aus. Wir sind alle global miteinander verbunden. Und unser Ökosystem ist mit uns verbunden. Unsere Handlungsweisen als Menschen, jetzt, heute und hier, wirken - positiv oder negativ.

Bei der Coronakrise haben wir eine Situation, in der eine Bedrohung vor der Tür steht und wir handeln MÜSSEN, und zwar jetzt und sofort. Und wir alle sind überrascht davon, wieviel Handlungsspielraum auf einmal wirtschaftlich und sozial möglich ist.

Die Klimakrise ist für viele noch "weit weg", nicht wirklich "anfassbar". Wir, im Hier und Jetzt haben NOCH nicht wirklich mit deren Folgen zu kämpfen - auch wenn wir gerade eine Ahnung entwickeln, wie dieser Kampf aussehen könnte.

Wenn die Bundesregierung, genau wie heute und im aktuellen Moment, klar und deutlich beschließen würde, dass wir es tatsächlich mit einer Klimakrise zu tun haben, würden die daraus resultierenden Folgen für Wirtschaft, Politik und Verbraucher selbstverständlich werden und nachhaltig unser aller Handeln verändern - weil wir es einfach dann auch offiziell müssen.

Weiterführende Informationen

https://www.marx21.de/coronavirus-gefahren-ursachen-loesungen/

https://www.psychologistsforfuture.org/psychologie-der-klimakrise/leugnung-der-klimakrise/psychodynamische-sicht/

https://www.psychologistsforfuture.org/psychologie-der-klimakrise/klimaangst-anmerkungen-zu-einem-aktuellen-schlagwort-der-klimakrise/

https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-11/klimagipfel-in-katowice-klimawandel-fakten-mythen-globale-erwaermung-wissenschaft

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klimakrise-die-blamable-abwertung-von-greta-thunberg-kolumne-a-1289040.html

Kontaktiere mich gerne zu diesen Vorschlag:

Ich setze mich für Umweltschutz, Emotionale Intelligenz und eine zukunftsfähige Gesellschaft ein und freue mich über jeden, der das auch tut

Kontaktiere mich gerne, wenn du dich offline zu diesem Vorschlag austauschen möchtest. Für mich wäre dies möglich in:

Berlin/Wandlitz


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  • MartinHuck

    Genau richtig! Corona ist die Klimakrise in Zeitraffer: Inkubationszeit nur 14 Tage, Klimakrise 50Jahre+. Wirksamkeit der Behandlung: einige Wochen bei Corona, Jahrzehnte beim Klima - wenn überhaupt.
    Hinzukommt: Die Milliarden, die jetzt eingesetzt werden, dienen zur Behandlung der Symptome (Wirtschaft, ... ) und kompensieren Schäden. Wenn heute Milliarden konsequent für Umweltschutz ausgegeben würden, wäre das Vorsorge, um fatale Schäden zu vermeiden. Die Klimakrise ist eines der gravierendsten Probleme, aber es gibt noch viele weitere, die ebenfalls wichtiger als Corona sind: Artensterben, Flächenverbrauch, Giftstoffe, Abfälle, Beschädigung von Ökosystemen... . Wir brauchen ein universelles Konzept, um natürliche Ressourcen umfassend zu schützen.

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  • Gregory1989

    "Bei der Coronakrise haben wir eine Situation, in der eine Bedrohung vor der Tür steht und wir handeln MÜSSEN, und zwar jetzt und sofort. Und wir alle sind überrascht davon, wieviel Handlungsspielraum auf einmal wirtschaftlich und sozial möglich ist." wichtiger Satz. Natürlich haben die Handlungen auch nachteile die gerade beshclossen werden. Jedoch könnte man sich fragen. Sind die Nachteile (z.B. geringere mobilität durch weniger Flügel, wirtschaftliche einbußen, geringerer Autonomie usw.) Es uns für ein langfristigeres höheres Ziel wert! Hoffe das die Coronakrise auch eine Annährung an den Klimawandel schafft und nicht einfach ein Reboundeffekt entsteht und es schlimmer wird als vorher. Schönen Gruß

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