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verBAUT uns nicht DIE ZUKUNFT!

ArchitectsForFuture ArchitectsForFuture  •  2020-04-09  •  Klima und Biodiversität  • 

Architects For Future

Wortlaut der Petition

In Deutschland soll das Gebäudeenergiegesetz (GEG) zukünftig auch die Graue Energie von Gebäuden berücksichtigen. Zudem soll ein stufenweises Verbot von Bauprojekten im Hochbau mit schlechter Bewertung ihrer ökologischen (Teilbewertung BNB) und energetischen Qualität (GEG) nach folgendem Fristenplan gelten: Ab 2025 werden nur noch Bauprojekte mit einer Bewertung über 60% genehmigt, im Jahr 2028 steigt die Hürde auf 80 % und ab dem Jahr 2030 darf nur noch zu 100% ökologisch gebaut werden.

Begründung

Gebäude verursachen durch Betrieb (Heizung, Warmwasser und Elektrizität), Produktion und Transport der Baustoffe sowie durch die eigentlichen Bauprozesse ca. 40% des nationalen CO2-Ausstoßes. Bisher wird in der EnEV, sowie für die KfW-Kreditvergabe nur der Betrieb von Gebäuden berücksichtigt, nicht jedoch die sog. “Graue Energie”. Diese beschreibt den für den Bau eines Gebäudes nötigen energetischen Aufwand, ist somit entscheidend, um die Belastung der Ökosysteme zu bemessen, und muss deshalb zwingend in das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) aufgenommen werden.

Die SDGs (Sustainable Development Goals - Nachhaltige Entwicklungsziele) der UN gelten für alle Länder und sollen bis zum Jahr 2030 umgesetzt sein. Ziel Nr. 11 (“Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten”) und Ziel Nr. 13 („Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen“) können nur erreicht werden, wenn die CO2-Emissionen vor allem in den wichtigsten Bereichen wie Verkehr, Militär, Landwirtschaft und vor allem eben der Bauwirtschaft drastisch reduziert werden.

Ohne Verbote wird der Beitrag des Bauwesens zum Erreichen der Klimaschutzziele nicht zu leisten sein. Durch die 5-10-jährige Frist erhält die Bauwirtschaft ein ausreichend großes Zeitfenster, um sich auf die neuen Bedingungen einzustellen und den Wandel zu Nachhaltigem Bauen zu vollziehen.

Nur ein Gebäude, das zu 100 % ökologisch nachhaltig ist, berücksichtigt den CO2-Haushalt, die Gesundheit der Menschen, die Biodiversität und den weltweiten Ressourcenbestand:

Form und Ausrichtung haben direkte Auswirkungen auf den Energiehaushalt eines Gebäudes. Die Standortbedingungen zu berücksichtigen bedeutet minimalinvasive Planung (z.B. kein Keller in felsigen oder Sumpfgebieten) sowie hohe Biodiversität zu gewährleisten und Netto-Flächenentsiegelung herbeizuführen.

Nachhaltige Energieversorgung ist nur dann zu 100 % gegeben, wenn beim Betrieb des Gebäudes ein Netto-Energieplus entsteht (Photovoltaik, Solarthermie, Erdwärme). Welche gesundheitlichen Risiken stecken in den diversen Materialien (bzw. Verfahren - z.B. Schimmel in Lüftungsanlagen)? Wie wird der Umgang mit Wasser organisiert (Regenwassernutzung, interne Aufbereitungsanlagen)?

Die Haltbarkeit von Baustoffen bedingt Folgekosten durch Renovierung und Restaurierung. Baustoffe sollten ohne weitere Behandlung wiederverwendet werden können (Kreislauf 1. Ordnung). Wenn dies nicht möglich ist, müssen sie zumindest wiederverwertet werden können (Kreislauf 2. Ordnung). Baustoffe, bei denen beides nicht möglich ist, sind unzulässig.

Die Konstruktionsweise muss ermöglichen, die verwendeten Bauprodukte dem Gebäude unbeschädigt wieder zu entnehmen und wiederzuverwenden. Auch die Transportwege für das Baumaterial sind zu berücksichtigen.

Es kann und muss aber auch noch besser gehen als das: Zukünftig werden Methoden gefragt sein, mit denen sich durch den Bau von Gebäuden Mehrwerte in jenen Kategorien herstellen lassen!

Weiterführende Informationen

BNB: https://www.bnb-nachhaltigesbauen.de Um der Vorbildfunktion des Bundes als öffentlicher Bauherr gerecht zu werden, ist die Anwendung des “Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB)” für den Neubau von Bundesgebäuden seit Anfang 2011 verbindlich geregelt. Der “Leitfaden Nachhaltiges Bauen” gibt dafür Mindesterfüllungsgrade vor und beinhaltet das verbindliche Ziel der Bundesregierung, für Gebäude des Bundes einen Erfüllungsgrad von mindestens 65% nach BNB zu erreichen, was der Qualitätsstufe „Silber“ entspricht.

Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär dbu: https://www.dbu.de/phpTemplates/publikationen/pdf/101214024519cr9s.pdf

SDGs: https://17ziele.de (deutsch); https://sustainabledevelopment.un.org

Dieser Vorschlag wird unterstützt von:

Architects For Future e.V. (iG)

Kontaktiere mich gerne zu diesen Vorschlag:

Redaktion.A4F@gmx.de


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  • Cornelia Cornels-Selke

    Hallo Architects for Future, finde ich gut! Klingt sehr professionell. Kannst Du den Titel positiv schreiben, also das "Nicht" rausnehmen?Und halt mein Empfinden, dass das Baugewerbe, sobald es eine Frist gibt, vorher noch so viel wie möglich einreichen. Wie einer der morgen fasten muss, heute nochmal frisst und dadurch im Krankenhaus landet. Außerdem hätte ich gerne die Straßen mit drin. Auch das sind zumeist flächenversiegelnde Großprojekte. Kriegst du das hin, dann würde ich meinen Vorschlag löschen.

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