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Massentierhaltung stoppen -Artgerechte Haltung von Tieren per Gesetz durchsetzen

Wiebke Wiedeck Wiebke Wiedeck  •  2020-03-31  •  Klima und Biodiversität  • 

massentierhaltung-anlage.jpg

Wortlaut der Petition

Der Bundestag möge beschließen, dass innerhalb eines Zeitraums von 5 Jahren jegliche Nutztierhaltung artgerecht und bio erfolgen muss. Artgerechte Haltung bedeutet konkret: artgerechter/ausreichender Platz für jedes einzelne Tier, artgerechtes/natürliches Futter (ohne Antibiotikagabe), artgerechtes Miteinander ermöglichen, besonders bei der "Produktion" (Besamung, Geburt) und Aufzucht.

Begründung

Mittlerweile sind weltweit rund 65 Milliarden Tiere in Anlagen für Intensivtierhaltung zusammengepfercht. Diese Tiere werden unter ungesunden, unhygienischen und brutalen Bedingungen eingesperrt und gequält. Antibiotika werden verfüttert und gelangen in unser Trinkwasser.

Einige Fakten der Intensivtierhaltung:

-Die Massentierhaltung und damit verbundene Futterindustrie ist für 18 % aller von Menschen produzierten Treibhausgasemissionen verantwortlich ( mehr als die weltweite Transportindustrie)

- sie stellt 37 % des Methanausstoßes u. 65 % des Lachgasausstoßes (entsteht beim Versprühen der Pestizide für das genmanipulierte Futter) dar

- Pro Tonne ist das Methan, das von Massentierhaltungsanlagen ausgestoßen wird, 70 Mal schädigender für die Erdatmosphäre als Kohlendioxid

- Verschmutzung durch Lachgas ist ganze 200 Mal pro Tonne schädigender als Kohlendioxid

- Entwaldung u. Austrocknen von Feuchtgebieten

- Pestizide und Dünger schädigen die Umwelt zusätzlich.

- Trinkwasserverschmutzung durch Nitrat; in 37% der deutschen Vorkommen ist die Qualitätsnorm bereits überschritten.

-  Pro 100 kcal des verfütterten Getreides bekommen wir aus der Massentierhaltung nur 30 kcal in Form von Fleisch, Milch oder Eiern zurück - ein Verlust von 70 %.

- Routinemäßige Fütterung von Antibiotika -  Entwicklung multiresistenter Keime, die auf den Menschen überspringen können. Todesfälle durch multiresistente Keime: deutschlandweit 7000-15000 Menschen im Jahr

- Überproduktion an Fleisch, etwa die Hälfte unseres Fleisches wird zu Dumpingpreisen exportiert, z.T. in Entwicklungsländer, wo die Existenz heimischer Bauern bedroht wird

- vollautomatisierte Ställe - wenig Arbeitsplätze.

______________________

Wir fordern ein Verbot der Massentierhaltung per Gesetz innerhalb von 5 Jahren. Alle Nutztiere müssen artgerecht gehalten werden, über die heutigen "Bio"-Standards hinaus. Das bedeutet u.a.: 

- Artgerechte Haltung der Tiere (ausreichender Platz, Stall/Unterkunft auf das Tierwohl ausgelegt/ Schlachtung möglichst vor Ort, Transporte nur in geringstem Maße)

- Artgerechtes Miteinander und Interaktion der Tiere (Muttergebundene Kälberaufzucht würde den Umgang mit Milch verändern/Schweine würden bei Geburten nicht 5 Wochen in Kastenständen fixiert, wo sie von ihren Ferkeln getrennt sind/Zwangsbesamung u.ä. Praktiken anpassen)

- artgerechtes Futter, ohne vorbeugende Antibiotikagabe

- veterinärmedizinsche Versorgung kranker Tiere

Artgerechtes Miteinander der Tiere würde völlig andere Abläufe in Ställen erfordern und Arbeitsplätze schaffen.

Artgerecht produziertes Fleisch wäre weniger, aber qualitativ hochwertigeres Fleisch. Das Fleisch würde unter umweltfreundlichen und für Tiere wirklich lebenswerten Bedingungen hergestellt werden Es ist logischerweise teurer. Was den Verbraucher dazu bewegt, weniger Fleisch zu konsumieren. Dafür erhält er aber hochwertige, klimafreundlichere und gesündere Nahrung.

verwendetes Foto: http://energieinitiative.org/wie-massentierhaltung-zur-erderwaermung-beitraegt/

Weiterführende Informationen

https://www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/themen/schweine-haltung/kastenstand

https://www.kritischer-agrarbericht.de/fileadmin/Daten-KAB/KAB-2014/KAB2014_180_186_Kriener_Benning.pdf

https://www.planet-wissen.de/natur/naturschutz/tierschutz/pwietierhaltungxxlwiefleischundwurstinmassenproduziertwerden100.html

https://www.peta.de/umwelt

https://www.geo.de/natur/oekologie/3455-rtkl-fleischkonsum-und-klima-wir-muessen-weg-von-der-tierhaltung

http://energieinitiative.org/wie-massentierhaltung-zur-erderwaermung-beitraegt/

https://www.tagesschau.de/klima/hintergruende/klimalandwirtschaft100.html

https://albert-schweitzer-stiftung.de/massentierhaltung

https://www.umweltbundesamt.de/daten/land-forstwirtschaft/beitrag-der-landwirtschaft-zu-den-treibhausgas#emissionen-aus-der-landwirtschaft-im-jahr-2017

Kontaktiere mich gerne zu diesen Vorschlag:

info@wiebkewiedeck.de oder über diese Plattform

Kontaktiere mich gerne, wenn du dich offline zu diesem Vorschlag austauschen möchtest. Für mich wäre dies möglich in:

Ich setze mich für eine zukunftsfähige Gesellschaft ein und freue mich über jeden, der an diesem Thema auch Interesse hat und sich einbringt.


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  • AsP

    "artgerechter/ausreichender Platz für jedes einzelne Tier" - heißt das jetzt Freiheit? Denn nur die ist "artgerecht". Alles andere ist nicht gerecht. Schon gar nicht, jemanden aus Trivialinteressen heraus zu töten. Ich würde vorschlagen, den Petitionstext zu überarbeiten, je nachdem, was Sie konkret fordern möchten.

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  • ClaudiaLoftslag

    Hallo Wiebke,

    ich hätte beinahe eine ähnliche Petition unter "Leben nach Corona" vorgeschlagen, denn auch wenn Corona ein Virus ist, das vermutlich auf einem Wildtiermarkt auf den Menschen übergesprungen ist, züchten wir in unseren Megaställen vielleicht eine ebenso große oder noch größere Gesundheitskrise heran - antibiotikaresistente Keime. Corona ist eine Warnung: Wir müssen allein schon um unserer eigenen Gesundheit willen vorsichtiger mit Tieren umgehen! Anbei noch als Ergänzung ein paar Argumente aus M.Kopatz' Buch "Ökoroutine":

      • ClaudiaLoftslag

        1. Gründe für Abbau von Massenställen (neben den von dir genannten): antibiotikaresistente Keime; Belastung des Wassers durch Gülle (Nitrate); Dumpingpreisexport von deutschen Tiefkühlbilligfleisch in Entwicklungsländer (was 1. die einheimischen Bauern ruiniert, 2. die Gesundheit der Käufer gefährdet, v.a. falls dort die Stromversorgung = Kühlung nicht zuverlässig ist, 3. natürlich für den Transport Energie verbraucht). Oh ja, viele Arbeitsplätze werden durch Riesenställe nicht gesichert, weil diese sehr automatisiert sind. (Und viele Steuereinnahmen unterm Strich vllt auch nicht, da zumindest bis 2013 viele Subventionen in Ställe flossen).

          • ClaudiaLoftslag

            Kopatz' Lösungsansatz: Innerhalb von ca 10 Jahren (=damit Betriebe Zeit für die Umstellung haben) schrittweise die Anforderungen für Lebensmittel auf heutigen "Bio"-standard anheben. Gesetze gibt es oft schon, müssen nur schrittweise verschärft + strenger kontrolliert werden. Die max. mögliche Anzahl Zuchttiere dürfte sich verringern + Kosten vermehren, aber dafür können Halter die Preise steigern. Wenn ALLE sich an die gleichen Standards halten müssen, kann keiner sich beklagen, dass der Konkurrent billiger anbietet :-)

              • ClaudiaLoftslag

                Da "Bio" mehr Arbeit ist, würden mehr Arbeitsplätze entstehen. Kopatz vermutet auch, dass die Preise im neuen System zwar über den heutigen Dumpingpreisen, aber unter den heutigen Biopreisen liegen dürften, weil u.a. die aufwendige Biozertifizierung sich vereinfachen würde. Sozialleistungen für die Armen könnten an den (allmählichen) Preisanstieg angeglichen werden (passiert vermutlich automatisch, wenn der "Warenkorb" berechnet wird). Da vermutlich die Preise für Fleisch mehr steigen würden als für pflanzliche Lebensmittel, könnte das zusätzlich den Fleischkonsum verringern (was der Gesundheit zuträglich wäre, da der gemittelte Deutsche zuviel Fleisch isst). - Am besten wäre es natürlich, wenn die Nahrungsmittelstandards in der ganzen EU angehoben würden.

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