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Tierversuche stoppen!

PETA e.V. PETA e.V.  •  2020-03-25  •  Andere  • 

Auch Affen leiden in Tierversuchslaboren

Wortlaut der Petition

Wir fordern von der Bundesregierung einen verbindlichen Ausstiegsplan aus Tierversuchen – unser Strategiepapier liefert einen Vorschlag, wie dieser aussehen könnte. Wir wollen das Leiden der Tiere in Versuchen beenden und machen uns für aussagekräftigere und modernere Methoden stark, denen die Zukunft gehört – zum Wohl von Mensch und Tier. Wir wollen Tierversuche stoppen, die Entwicklung tierfreier Methoden voranbringen und auf den globalen Einsatz dieser modernen Methoden hinarbeiten.

Begründung

Die Bundesregierung und das für Tierschutz zuständige Ministerium (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) geben seit vielen Jahren als langfristiges Ziel an, Tierversuche vollständig zu ersetzen. [1] Die Zahlen stagnieren jedoch ebenfalls seit Jahren bei etwa 3 Millionen Tieren, die jedes Jahr für wissenschaftliche Zwecke verwendet und/oder getötet werden – ein Sinken der Zahlen ist nicht in Sicht.

Erschreckend ist, dass in Deutschland zusätzlich fast 4 Millionen Tiere (Zahlen aus 2017) gezüchtet und getötet, aber gar nicht in Versuchen eingesetzt werden [2]. Welchem Grauen die Tiere in Experimenten teils ausgesetzt sind, gerät nur selten an die Öffentlichkeit – zuletzt geschah dies 2014 (Affen-Versuche am Max-Planck-Institut Tübingen) und 2019 (Giftigkeits-Versuche an Affen, Hunden und Katzen in einem Auftrags-Versuchslabor nahe Hamburg [Laboratory of Pharmacology and Toxicology,LPT]).

Tiere werden hinter verschlossenen Labortüren auf eine Weise missbraucht, die in anderen Zusammenhängen illegal wäre: Sie werden vergiftet, erstickt, mit Elektroschocks malträtiert und krank gemacht, ihnen wird der Schädel aufgebohrt um Elektroden in das Gehirn zu implantieren, sie müssen in Wasserbehältern gegen das Ertrinken ankämpfen, damit Forscher beobachten können, wie lange es dauert, bis sie aufgeben - die Liste der Grausamkeiten lässt sich unbegrenzt fortsetzen. [3]

Dabei gibt es nicht nur dringende ethische Gründe, Tierversuche abzuschaffen, es ist auch wissenschaftlich und ökonomisch gesehen notwendig – denn in den allermeisten Fällen sind die Ergebnisse aus Tierversuchen nicht auf den Menschen übertragbar und es werden massiv Ressourcen verschwendet. In der Medikamentenentwicklung sind 95 von 100 neuen Medikamenten für den Menschen unbrauchbar, obwohl diese im Tierversuch wirksam und sicher waren. In verschiedenen Krankheitsgebieten liegt die Durchfallquote von Medikamenten sogar noch höher, etwa bei Krebs (96,6 %) [4] oder Alzheimer (99,6 %) [5].

Allein in Deutschland haben mehr als 1,7 Millionen Menschen mindestens einmal in ihrem Leben einen Schlaganfall, aber keiner der über 1000 an Mäusen und Ratten getesteten Wirkstoffe war beim Menschen wirksam [6, 7].

Der Grund für diese hohen Misserfolge von Tierversuchen ist immer derselbe: Der Mensch ist keine Maus – Genetik, Stoffwechsel und Anatomie unterscheiden sich von Tierart zu Tierart.

Um wertvolle Zeit und finanzielle Mittel nicht länger so massiv zu verschwenden, muss die Entwicklung und offizielle Anerkennung von tierfreien, für den menschlichen Organismus relevanten Forschungs- und Versuchsmethoden massiv gefördert werden. Ein verbindlicher Ausstiegsplan aus Tierversuchen, wie es ihn in den Niederlanden schon seit 2016 gibt, ist längst überfällig. [8]

Zur Orientierung und Unterstützung legt PETA Deutschland der Bundesregierung ein detailliertes Strategiepapier vor, das erläutert, wie ein Ausstieg aus Tierversuchen in den verschiedensten Bereichen umgesetzt werden kann. [9]

Weiterführende Informationen

[1] https://www.bmel.de/DE/Tier/Tierschutz/_texte/Versuchstierzahlen2018.html   [2] https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX:52020SC0015&rid=1 [3] https://www.peta.de/dfg-foerdert-tierversuche  [34] https://doi.org/10.1093/biostatistics/kxx069 [5] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5129909/  [6] https://www.dsg-info.de/presse/pressemeldungen/481-weltschlaganfalltag-2017-hirninfarkt-bei-jungen-menschen-akutbehandlung-neues-zu-thrombektomie-und-nachsorge.html  [7] https://smw.ch/article/doi/smw.2016.14329  [8] https://www.ncadierproevenbeleid.nl/documenten/rapport/2016/12/15/ncad-opinion-transition-to-non-animal-research 

Dieser Vorschlag wird unterstützt von:

PETA Deutschland e.V.

Kontaktiere mich gerne zu diesen Vorschlag:

jobste@peta.de


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