12062020 Olympia Petitionsplattform

Zurück

Menschenaffen raus aus Zoos!

PETA e.V. PETA e.V.  •  2020-03-25  •  Andere  • 

Menschenaffen leiden in Zoos

Wortlaut der Petition

Verbot der Nachzucht und des Imports von Menschenaffen, damit die Haltungen in Zoos mittelfristig auslaufen.

Begründung

Menschenaffen teilen mit uns Menschen nicht nur etwa 98 % der DNA. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass unsere nahen Verwandten auch fühlen und leiden wie wir. Die Gefangenschaft in einem Zoo ist für einen Schimpansen, einen Orang-Utan oder einen Gorilla gleichbedeutend mit einer lebenslangen Haftstrafe für einen Menschen. Weil es kaum möglich ist, in Gefangenschaft geborene Menschenaffen auszuwildern, sollten Steuergelder nicht wie bisher in Zoos, sondern in Schutzmaßnahmen für ihre Lebensräume in Afrika und Asien investiert werden. Wir fordern ein Import- und Nachzuchtverbot für Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans in Gefangenschaft, damit die Haltung mittelfristig ausläuft. Menschenaffen sind dem Menschen derart ähnlich, dass sie, renommierten Primatologen wie Professor Dr. Volker Sommer zufolge, die Ausweglosigkeit ihrer Situation in Gefangenschaft erkennen. Dabei können die intelligenten Tiere laut Sommer durchaus Gefühlszustände wie Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit erleben (1). Eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Kent belegt, dass Schimpansen selbst in großen Zoos regelmäßig psychisch erkranken, was sich in Merkmalen wie Selbstverstümmelung, extremer Zurückgezogenheit, permanentem Hin- und Herschaukeln des Oberkörpers bis hin zum Verzehr der eigenen Exkremente und Erbrochenem äußert (2). Damit die Menschenaffen die lebenslange Gefangenschaft im Zoo-Gefängnis überhaupt aushalten und den Zoo-Besuchern der Anblick allzu deutlicher Verhaltensstörungen erspart bleibt, schrecken deutsche Zoos nicht einmal vor dem Einsatz von Psychopharmaka zurück (3, 4). Der Anblick apathischer Tiere vermittelt Zoo-Besuchern, insbesondere Kindern, zudem kein brauchbares Wissen. Das belegt auch eine Studie aus dem Jahr 2008 (5).   Es ist kaum möglich, in Gefangenschaft geborene Menschenaffen auszuwildern. Aus Sicht des Artenschutzes macht es daher nur Sinn, die natürlichen Lebensräume unserer nächsten Verwandten zu schützen. Doch während Zoos in Deutschland jedes Jahr viele Millionen Euro an Subventionen erhalten, müssen Artenschützer vor Ort um jeden Euro kämpfen. Viele Natur- und Artenschützer, die in Afrika und Asien die letzten freilebenden Tiere bedrohter Arten schützen, sind empört über die Subventionen in Millionenhöhe für Zoos. Der Chefberater für Menschenaffen für die Vereinten Nationen, Ian Redmond, kommentierte in einem Interview das neue Gorillagehege im Londoner Zoo (6): „Fünf Millionen Pfund für drei Gorillas, wo in Nationalparks die gleiche Anzahl an Tieren jeden Tag getötet wird, nur weil es an einigen Land Rover, ausgebildeten Männern und Wilderei-Patrouillen mangelt – so etwas zu hören, muss für einen Parkaufseher schon sehr frustrierend sein.“   In der Natur leben Menschenaffen in Wäldern, die, je nach Tierart, mehrere dutzend Quadratkilometer groß sind. Selbst größere Zoogehege, die für Besucher noch akzeptabel aussehen, können die hohen Ansprüche der intelligenten Tiere nicht erfüllen. Schimpansen beispielsweise leben in freier Natur in Gruppen mit komplexer Sozialstruktur zusammen, die zeitweise mehrere Dutzend Tiere umfassen können. Sie nehmen dabei einen Lebensraum in Anspruch, der in Waldgebieten bis zu 50 Quadratkilometer, in Savannen sogar weitaus mehr betragen kann. In Zoos leben Menschenaffen nicht in üppigen grünen Wäldern innerhalb einer natürlich gewachsenen sozialen Gruppe, sondern in kargen Gehegen mit Glas-, Gitter- oder Betonbarrieren.   

Weiterführende Informationen

Quellen: (1) Goldner, C. (2014): Lebenslänglich hinter Gittern, (S.218), Aschaffenburg (2) Birkett LP, Newton-Fisher NE (2011): How Abnormal Is the Behaviour of Captive, Zoo-Living Chimpanzees?  (3) Welt (2014): Die Tiere in deutschen Zoos stehen unter Drogen. 04.05.2014.  (4) Zoo Wuppertal (2014): Einsatz von Diazepam im Zoo Wuppertal von 2004 bis 2014.  (5) Lori Marino et al. (2010): Do Zoos and Aquariums Promote Attitude Change in Visitors? A Critical Evaluation of the American Zoo and Aquarium Study. In: Society and Animals 18, 126-138 (6) Sunday Times (2007): City gorillas live it up as their jungle cousins face oblivion. 01.04.2007.     

Dieser Vorschlag wird unterstützt von:

PETA Deutschland e.V.

Kontaktiere mich gerne zu diesen Vorschlag:

jobste@peta.de


Sie müssen sich anmelden oder registrieren, um einen Kommentar zu hinterlassen.
Keine definierten Meilensteine vorhanden